Mathematik von Früh bis Spät

Heute war der erste Tag, an dem ich mich zumindest so ein kleines bisschen als Student fühlen durfte: Mit vielen anderen in einem Hörsaal, einem Menschen der vorne Tafel um Tafel vollschreibt und viel Programm. OK – so viele Leute waren wir dann auch wieder nicht: Die per eMail angekündigten 500 Personen waren dann doch nur gut und gerne 230 Personen, aber auch das ist schon so als Menge recht beeindruckend.

Weniger beeindruckend war dafür der Hörsaal der Uni Stuttgart, welchen wir verwendeten, da der der BA gerade umgebaut wird. Er versprühte so einen Charme… Nein, eigentlich versprühte er garkeinen Charme. Viel mehr geisterte für einige Sekunden die Frage durch meinen Kopf, warum ich überhaupt die Grundschule und das Gymnasium verlassen habe – sehen die doch innendrinn genauso aus. Selbiges gilt übrigens auch für die Räume der BA in der Jägerstraße 56/58.

Wer mich kennt, kennt auch meine Abneigung gegenüber der Mathematik. (Außer den wenigen, die mich in Kanada kennengelernt haben… Die haben auch so manches Mal positive Bemerkungen meinerseits dazu gehört. Aber das ist eine andere Geschichte.) In der Vormittagsvorlesung war davon nicht viel bei mir zu bemerken – fingen wir doch auch immerhin bei Adam und Eva, resp. den vier Grundrechenarten, an und hangelten uns langsam zum Logarithmus vor. Das sind dann doch so Sachen, die ich auch wenigstens noch kann.

Der Nachmittag in den Übungsgruppen war hingegen schon etwas zapfiger, galt es immerhin nach der Vorstellungsrunde auch gleich den Einstufungstest zu absolvieren. Und schon war die Erinnerung an die alten Zeiten wieder da, wenn man in der Klausur/Schulaufgabe sitzt, keinen Taschenrechner und keine Formelsammlung dabei hat (bzw., wie in diesem Falle, benutzen darf) und alles und jeden in den entferntesten Winkel der Galaxie wünscht, weil das ja eh’ alles wüsste – wenn man eingangs erwähnte Hilfsmittel doch zur Hand hätte.

Letztendlich hielt sich das Desaster (bei der Korrektur in der Gruppe durch kollektives “Och nö!” “Das hätte ich doch gewusst!” begleitet) in Grenzen. So durfte ich einen Sieg nach Punkten gegenüber Ellen verbuchen, welche ihr Mathe-Abi mit 11 Punkten bestanden hatte (ich konnte in 13/2 nur wesentlich weniger bieten).

Damit bleibt im Moment nur die Aussicht auf den Rest der Woche, welche sich wohl ziemlich gleich hinziehen wird: Vorlesung, Übungsgruppe, (Einkaufen bei Bedarf), Abendessen, Sachen anschauen/üben, (mit den anderen auf dem Haus “Scrubs” anschauen, falls Zeit), ins Bett.

Mal sehen, ob das zukünftige Studentenleben sich nicht noch weiter am Schüler-Dasein orientiert. Gegen einen Unterrichtsbeginn um 09:30 Uhr an manchen Tagen hätte ich nichts einzuwenden ;)

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